Berlin liegt in der gemäßigten Klimazone und zeichnet sich durch relativ kalte Winter und warme Sommer aus. Die durchschnittliche Jahrestemperatur beträgt etwa 10,1 °C, die jährliche Niederschlagsmenge liegt bei rund 570 mm. Damit gehört Berlin zu den trockensten Regionen Deutschlands. Die Sonne scheint im Schnitt etwa 1.625 Stunden pro Jahr. In diesem Artikel erhalten Sie eine detaillierte monatliche Aufschlüsselung der Klimadaten, basierend auf langjährigen Messungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) und der Berliner Wetterstationen.

Januar: Kältester Monat mit wenig Sonne

Der Januar ist in Berlin der kälteste Monat. Die Durchschnittstemperatur liegt bei 0,6 °C, die Tageshöchstwerte erreichen im Mittel 2,9 °C, die Tiefstwerte sinken auf -1,7 °C. Schnee ist möglich, aber nicht garantiert – im Schnitt gibt es 10 bis 12 Tage mit Schneefall. Die Niederschlagsmenge beträgt 42 mm, verteilt auf etwa 10 Regentage. Die Sonne scheint nur rund 44 Stunden im gesamten Monat – das sind knapp 1,5 Stunden pro Tag. Die Tage sind kurz: Die Sonnenstunden nehmen ab Mitte Januar langsam zu.

Februar: Leicht milder, aber noch winterlich

Im Februar steigt die Durchschnittstemperatur leicht auf 1,4 °C. Die Höchstwerte liegen bei 4,2 °C, die Tiefstwerte bei -1,5 °C. Die Niederschlagsmenge bleibt mit 36 mm ähnlich gering. Die Sonnenstunden nehmen auf 69 Stunden zu – etwa 2,5 Stunden täglich. Die Tage werden merklich länger, was sich positiv auf die Stimmung auswirkt. Besonders in der zweiten Monatshälfte kann es zu Tauwetter kommen.

März: Frühlingsbeginn mit wechselhaftem Wetter

Der März bringt den meteorologischen Frühlingsanfang. Die Durchschnittstemperatur beträgt 4,8 °C, die Höchstwerte erreichen 8,9 °C, die Tiefstwerte 0,6 °C. Die Niederschlagsmenge steigt auf 40 mm. Die Sonnenstunden springen auf 111 Stunden – gut 3,6 Stunden pro Tag. Allerdings ist das Wetter oft wechselhaft: Sonnige Phasen wechseln sich mit Regen- und Graupelschauern ab. Die Berliner Parks wie der Tiergarten oder der Volkspark Friedrichshain werden wiederbelebt.

April: Deutliche Erwärmung, aber noch kühl

Im April steigen die Temperaturen spürbar. Die Durchschnittstemperatur liegt bei 9,6 °C, die Höchstwerte erreichen 14,8 °C, die Tiefstwerte 4,1 °C. Die Niederschlagsmenge beträgt 41 mm. Die Sonnenstunden klettern auf 153 Stunden – etwa 5,1 Stunden täglich. Der April ist bekannt für seine „Aprilwetter“-Launen: Warme Tage können von kalten Winden abgelöst werden. Dennoch locken die ersten Café-Terrassen, etwa am Hackeschen Markt oder in der Kulturbrauerei.

Mai: Angenehm warm, ideale Reisezeit

Der Mai ist einer der schönsten Monate in Berlin. Die Durchschnittstemperatur beträgt 14,6 °C, die Höchstwerte erreichen 20,0 °C, die Tiefstwerte 8,7 °C. Die Niederschlagsmenge liegt bei 55 mm – etwas höher als in den Vormonaten. Die Sonnenstunden steigen auf 205 Stunden – etwa 6,6 Stunden pro Tag. Die Parks und Gärten blühen, und die Berliner genießen die lauen Abende in Biergärten wie dem Prater Garten oder dem Schleusenkrug. Der Mai eignet sich hervorragend für Ausflüge in die Umgebung.

Juni: Sommerbeginn mit langen Tagen

Im Juni beginnt der meteorologische Sommer. Die Durchschnittstemperatur liegt bei 18,1 °C, die Höchstwerte erreichen 23,4 °C, die Tiefstwerte 12,4 °C. Die Niederschlagsmenge beträgt 64 mm – der höchste Wert im Jahr. Die Sonnenstunden erreichen mit 214 Stunden den Jahreshöchstwert – etwa 7,1 Stunden pro Tag. Die Tage sind am längsten: Um die Sommersonnenwende am 21. Juni scheint die Sonne bis zu 16,5 Stunden. Ideal für Aktivitäten im Freien wie Radtouren entlang der Spree oder Besuche im Strandbad Wannsee.

Juli: Wärmster Monat

Der Juli ist der wärmste Monat in Berlin. Die Durchschnittstemperatur beträgt 20,1 °C, die Höchstwerte erreichen 25,6 °C, die Tiefstwerte 14,4 °C. Die Niederschlagsmenge liegt bei 57 mm. Die Sonnenstunden bleiben mit 209 Stunden hoch – etwa 6,7 Stunden pro Tag. Hitzewellen mit Temperaturen über 30 °C sind möglich, aber nicht die Regel. Beliebt sind Abkühlung in den zahlreichen Freibädern wie dem Sommerbad Olympiastadion oder dem Strandbad Müggelsee.

August: Spätsommer mit ähnlichen Werten

Der August ähnelt dem Juli: Die Durchschnittstemperatur liegt bei 19,2 °C, die Höchstwerte bei 24,8 °C, die Tiefstwerte bei 13,8 °C. Die Niederschlagsmenge beträgt 56 mm. Die Sonnenstunden sinken leicht auf 190 Stunden – etwa 6,1 Stunden pro Tag. Die Tage werden allmählich kürzer, aber das Wetter bleibt meist sommerlich. Viele Berliner nutzen die letzte Ferienwoche für Kurztrips oder entspannen in den Stadtparks.

September: Mild und sonnig – Altweibersommer

Der September bringt oft einen Altweibersommer mit warmen, sonnigen Tagen. Die Durchschnittstemperatur beträgt 15,2 °C, die Höchstwerte erreichen 20,2 °C, die Tiefstwerte 10,1 °C. Die Niederschlagsmenge sinkt auf 46 mm. Die Sonnenstunden liegen bei 149 Stunden – etwa 5,0 Stunden pro Tag. Ideal für kulturelle Veranstaltungen wie das Berliner Oktoberfest oder die Lange Nacht der Museen.

Oktober: Herbstlich mit Nebel und Laub

Im Oktober wird es herbstlich. Die Durchschnittstemperatur fällt auf 10,1 °C, die Höchstwerte liegen bei 14,1 °C, die Tiefstwerte bei 5,9 °C. Die Niederschlagsmenge beträgt 42 mm. Die Sonnenstunden sinken auf 103 Stunden – etwa 3,3 Stunden pro Tag. Nebel am Morgen ist typisch, besonders in den Flussauen der Spree. Die Laubfärbung lockt Spaziergänger in den Grunewald oder den Botanischen Garten.

November: Trüb und kühl

Der November ist oft grau und trüb. Die Durchschnittstemperatur beträgt 5,2 °C, die Höchstwerte erreichen 8,1 °C, die Tiefstwerte 2,3 °C. Die Niederschlagsmenge liegt bei 46 mm. Die Sonnenstunden fallen auf 48 Stunden – etwa 1,6 Stunden pro Tag. Die Tage werden kurz, und die Berliner ziehen sich in Museen und Cafés zurück. Beliebte Ziele sind die Museumsinsel oder die Berliner Unterwelten.

Dezember: Vorweihnachtszeit mit wenig Sonne

Der Dezember ist dunkel und kalt. Die Durchschnittstemperatur liegt bei 1,8 °C, die Höchstwerte bei 4,1 °C, die Tiefstwerte bei -0,5 °C. Die Niederschlagsmenge beträgt 47 mm. Die Sonnenstunden sind mit 37 Stunden am geringsten – gut 1,2 Stunden pro Tag. Schnee ist möglich, aber nicht häufig. Die Weihnachtsmärkte, wie der auf dem Gendarmenmarkt oder am Alexanderplatz, locken mit Glühwein und Lichtern.

Jahresdurchschnitt und Besonderheiten

Im Jahresmittel beträgt die Temperatur in Berlin 10,1 °C. Der wärmste Monat ist der Juli mit 20,1 °C, der kälteste der Januar mit 0,6 °C. Die jährliche Niederschlagsmenge von 570 mm verteilt sich relativ gleichmäßig, mit einem leichten Maximum im Juni (64 mm) und einem Minimum im Februar (36 mm). Die Sonnenstunden summieren sich auf etwa 1.625 Stunden pro Jahr – das sind rund 4,5 Stunden pro Tag. Im Vergleich zu anderen deutschen Großstädten wie Hamburg oder Köln ist Berlin deutlich trockener und hat mehr Sonnenstunden.

Praktische Tipps für Berlin-Besucher

Für Reiseplanung und Alltag sind die Klimadaten hilfreich. Packen Sie im Winter unbedingt warme Kleidung, Mütze und Handschuhe ein. Im Sommer sind leichte Kleidung und Sonnenschutz empfehlenswert. Ein Regenschirm ist ganzjährig sinnvoll, auch wenn die Niederschläge meist kurz und heftig sind. Die beste Reisezeit für sonnenhungrige Besucher ist von Mai bis September. Wer volle Straßen meiden möchte, wählt den Mai oder September. Für günstige Übernachtungen lohnt sich ein Blick auf Hoteltipps.

Die Berliner Wetterlage wird oft durch die Lage im kontinentalen Übergangsklima beeinflusst. Westwinde bringen milde, feuchte Luft, während Ostwinde trockene, kalte Winter oder heiße Sommer verursachen können. Die Stadt liegt zudem in einer Senke, was im Winter zu Inversionswetterlagen mit Smog führen kann. Insgesamt ist das Klima jedoch gut für ausgedehnte Stadtrundgänge geeignet – mit der richtigen Kleidung.

Klimatabelle Berlin (Monatsübersicht)

Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Werte zusammen (Daten basieren auf dem Referenzzeitraum 1991–2020, Quelle: DWD):

  • Januar: 0,6 °C / 42 mm / 44 Sonnenstunden
  • Februar: 1,4 °C / 36 mm / 69 Sonnenstunden
  • März: 4,8 °C / 40 mm / 111 Sonnenstunden
  • April: 9,6 °C / 41 mm / 153 Sonnenstunden
  • Mai: 14,6 °C / 55 mm / 205 Sonnenstunden
  • Juni: 18,1 °C / 64 mm / 214 Sonnenstunden
  • Juli: 20,1 °C / 57 mm / 209 Sonnenstunden
  • August: 19,2 °C / 56 mm / 190 Sonnenstunden
  • September: 15,2 °C / 46 mm / 149 Sonnenstunden
  • Oktober: 10,1 °C / 42 mm / 103 Sonnenstunden
  • November: 5,2 °C / 46 mm / 48 Sonnenstunden
  • Dezember: 1,8 °C / 47 mm / 37 Sonnenstunden

Häufige Fragen zum Berliner Klima

Wann ist die beste Reisezeit für Berlin?

Die beste Reisezeit ist von Mai bis September, wenn die Temperaturen angenehm sind und die Sonnenstunden hoch. Besonders der Mai und September bieten mildes Wetter und weniger Touristenmassen.

Wie viel Regen fällt in Berlin?

Berlin ist mit rund 570 mm Jahresniederschlag eine der trockensten Städte Deutschlands. Zum Vergleich: Hamburg kommt auf 770 mm, München auf 940 mm. Die regenreichsten Monate sind Juni und Juli.

Wie viele Sonnenstunden hat Berlin?

Im Jahresdurchschnitt scheint die Sonne etwa 1.625 Stunden. Das sind etwas weniger als im Bundesdurchschnitt (ca. 1.700 Stunden), aber mehr als in vielen anderen Großstädten Norddeutschlands.

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